Günching feiert Mariä Verkündigung

b altarbild guenching web 1Die von 1713 bis 1716 erbaute Günchinger Kirche wurde im Jahre 1720 der Heiligen Mutter Gottes 'Mariä Verkündigung' geweiht. Das Patroziniumsfest wird jedes Jahr am 25. März gefeiert. Die Verkündigungsbotschaft durch den Engel Gabriel ist auf dem Günchinger Hochaltar bildlich dargestellt.

Wie muss sich Maria in diesem Moment gefühlt haben, eine junge Frau aus Nazareth, verlobt mit dem Zimmermann Josef, als ihr ein Engel erschien und sagte, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen werde? Der Engel Gabriel sprach: "Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben", so steht es auch in Lukas 1, 26-38.
Trotz der Bezeichnung »Mariä Verkündung« betrachtet das Fest heilsgeschichtlich gesehen die Menschwerdung Gottes. Daher zählt es heute zu den Herren- und nicht mehr zu den Marienfesten.

Über die Günchinger Marienkirche gibt die  Kirchenchronik folgende Auskunft:
Kirche wird der Heiligen Mutter Gottes geweiht. Am Sonntag, nach Martin, am 16. November 1720 weihte der Eichstätter Weihbischof Johann Adam Nieberlein die fertiggestellte Pfarrkirche der Heiligen Muttergottes 'Mariä Verkündigung'. Das Patroziniumsfest wird jedes Jahr feierlich am 25. März begangen.

 

Das Hochaltarbild mit der Verkündigungsdarstellung ist von keinem Geringeren als dem berühmten Künstler Cosmas Damian Asam erstellt worden.

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Hochaltarbild in der Günchinger Marienkirche von Cosmas Damian Asam

"Asam baut das Bild aus Licht und Dunkelheit. Indem er alles in einen bräunlichen, erdigen Ton taucht, mindert er die Kontraste, vereinheitlicht und dämpft er die Farbwirkung. Die Lilien, die der Erzengel bei sich trägt und die ein an derer Engel über Maria hält, sind ein Symbol für die jungfräuliche Reinheit. Auch das rote Kleid und der blaue Mantel, den Maria beim Aufstehen zurückgelassen hat, haben eine zeichenhafte Bedeutung: Rot oder Purpur gilt als die Farbe der Könige, auch der Himmelskönigin, Blau ist die Farbe des Himmels." (Quelle:Leyh 1997, Kirchenführer Günching und Lengenfeld).

Die Günchinger Kirchweih - eine Besonderheit
Eine Besonderheit ist die jährliche Kirchweih mit Gästen und Freunden. Da das Patronziniumsfest (25. März) regelmäßig in die Fastenzeit fällt und somit keine weltliche Feier angesagt ist, hat man die weltliche Feier seit vielen Jahrzehnten auf den Tag des hl. Sebastian (20. Januar) verlegt. Der Heilige Sebastian ist in der Kirche auf dem Altarbild des rechten Seitenaltars dargestellt. Damit wurde der Heilige Sebastian zum zweiten Kirchenpatron der Günchinger Kirche erhoben.

 

Auch interessant: War die Günchinger Kirche einmal eine Wallfahrtskirche?
Wie die Günchinger Krichenchronik belegt, soll die Günchinger Marienkirche in den früheren Jahren des 18. Und 19. Jahrhunderts eine Wallfahrtskirche gewesen sein. Dies kann aber nicht genau gesagt werden. Trotzdem ist eine Nachricht des Jahres 1849 sehr interessant. Aufgrund dieser damaligen Aufzeichnung (25 Anhänger und Weihegaben an die Muttergottes und die hl. Margareta werden für die Altarrenovierung verwendet), kann angenommen werden, dass die Marienkirche zumindest in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Ziel von Wallahrern gewesen ist.